Alltag und Aufgaben in Mimi’s Refuge

Nicht jede Katze hat das Glück in Geborgenheit aufzuwachsen.

Hinter jedem Schützling steckt eine eigene Geschichte. Manche kommen krank zu mir, andere verängstigt, verwildert oder mit einem Handicap. Einige brauchen nur etwas Zeit und Sicherheit, andere eine intensive und langfristige Betreuung.

MiMi’s Refuge führe ich alleine. Damit liegt auch die tägliche Verantwortung für meine Schützlinge bei mir.  Von der Fütterung, Reinigung und Pflege über Beschäftigung und Sozialisation bis hin zu Medikamenten, Wundversorgung, Tierarztbesuchen und allem, was sonst gerade gebraucht wird. 

Mein Ziel ist es, jeder Katze die Zeit und Unterstützung zu geben, die sie braucht, um körperlich und seelisch wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Tierärzt:innen für mich besonders wichtig. Gute Diagnostik, individuelle Therapien und eine sorgfältige Betreuung können entscheidend für Gesundheit und Lebensqualität sein.

Jede Katze ist anders. Manche wollen kuscheln, andere brauchen zunächst Abstand. Manche sind unkompliziert, andere bringen ein grosses Rucksäckli mit. Deshalb stehen für mich immer die individuellen Bedürfnisse der Katze im Mittelpunkt.

Auch eine Vermittlung braucht Zeit und Sorgfalt. Ich führe persönliche Gespräche mit Interessierten, mache Vorkontrollen und achte darauf, dass Katze, Mensch und zukünftige Lebensumstände wirklich zusammenpassen. Denn gerade bei scheuen oder traumatisierten Tieren zeigt eine Momentaufnahme oft nicht, welches wunderbare Wesen in ihnen steckt.

Meine Verantwortung endet deshalb auch nicht mit der Vermittlung. Ich bleibe Ansprechpartnerin und unterstütze die neuen Halter:innen, wenn Fragen oder Unsicherheiten auftauchen.

Und wenn es trotz aller Sorgfalt einmal nicht funktioniert, gibt es bei MiMi’s Refuge ein Versprechen:

Jedes Büsi darf wieder heimkommen. ❤️

Kittenstube und Handaufzucht

Manchmal werden mutterlose Kitten gefunden oder eine Katzenmama ist aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, ihre Jungen ausreichend zu versorgen. Dann braucht es intensive Betreuung – manchmal rund um die Uhr.

So war es auch im Oktober 2020, als fünf Kitten zur Welt kamen, deren Mutter keine Milch geben konnte. Die Kleinen mussten vollständig von Hand aufgezogen werden.

Eine Handaufzucht ist wunderschön, aber auch enorm anspruchsvoll. Gerade in den ersten Wochen bedeutet sie nahezu eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung: regelmässiges Schöppelen, Gewichtskontrollen, Wärme, Hygiene, Bäuchlein-Massagen und eine genaue Beobachtung der Entwicklung gehören zum Alltag.

Damals war ich sehr dankbar für die wertvolle Unterstützung durch das Team von VetPLUS in Hagneck, Handicapcats Schweiz sowie durch Freunde, die mich beim Schöppelen und Versorgen der Kleinen unterstützt haben.

Aus dieser intensiven Zeit konnte ich viel Erfahrung und wertvolles Wissen mitnehmen – nicht nur über die körperliche Aufzucht, sondern auch darüber, was Handaufzuchten brauchen, damit sie sich zu sozialen und ausgeglichenen Katzen entwickeln können.

Handaufzucht bedeutet viel Verantwortung, wenig Schlaf und ganz viel Herz. ❤️🐾

Tipps und Erfahrungen aus der Handaufzucht

  • Bei einer Handaufzucht geht es nicht nur darum, Kitten körperlich grosszuziehen. Ebenso wichtig ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, Sozialverhalten, Selbstständigkeit und den normalen Katzenalltag kennenzulernen.

    • Von anderen Katzen lernen: Wenn Katzenmütter oder andere erwachsene Katzen freundlich, ruhig und souverän mit den Kitten umgehen, können sie eine wertvolle Rolle bei der Sozialisation übernehmen. Im gemeinsamen Spiel und Zusammenleben lernen die Kleinen wichtige Grenzen und katzentypisches Verhalten.
    • Nicht jeden Wunsch sofort erfüllen: Mit zunehmendem Alter dürfen Kitten lernen, auch einmal kurz zu warten. Kleine, altersgerechte Frustrationen können dabei helfen, Geduld und Frustrationstoleranz zu entwickeln.
    • Pflege kennenlernen: Sanftes Bürsten und behutsames Berühren von Pfoten, Ohren und Körper helfen, die Kitten früh an Pflege und Handling zu gewöhnen. Dabei sollte immer auf eine positive und möglichst stressarme Erfahrung geachtet werden.
    • Alltagsgeräusche kennenlernen: Staubsauger, Föhn, Kaffeemaschine, Türklingel und andere Geräusche können schrittweise und behutsam in den Alltag integriert werden.
    • Die Welt entdecken: Sobald die Umgebung sicher und kittengerecht eingerichtet ist, dürfen die Kleinen ihren Aktionsradius nach und nach erweitern und den normalen Alltag kennenlernen.
    • Positive Erfahrungen sammeln: Auch der behutsame Kontakt zu unterschiedlichen Menschen, verantwortungsbewussten Kindern und geeigneten, ruhigen Tieren kann wertvoll sein. Wichtig ist dabei immer, die Kitten nicht zu überfordern und ihnen Rückzugsmöglichkeiten zu geben.

    Gerade in den ersten Lebenswochen und -monaten werden wichtige Grundlagen für das spätere Verhalten gelegt. Positive, vielfältige und altersgerechte Erfahrungen können wesentlich dazu beitragen, dass sich Handaufzuchten zu selbstbewussten und sozial kompetenten Katzen entwickeln.

    Für alle, die sich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehle ich den detaillierten Wegweiser von NetAp zum Thema Handaufzucht